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Nordmazedonien, 25 Jahre danach

Nordmazedonien, 25 Jahre danach

Eine Austauschveranstaltung organisiert von Pro Peace, der Südosteuropa-Gesellschaft und der University of Duisburg-Essen und im Rahmen der WestbalkanTage NRW 2026

Wann: Montag, 23. Februar 2026, 12:00–14:00 Uhr (MEZ)

Wo: University of Duisburg-Essen, Institut für Politikwissenschaft, Raum LF 156, Lotharstraße 65, 47057 Duisburg

Hinweis: Die Veranstaltung wird online gestreamt. Weitere Informationen finden Sie unten.

Hintergrund

Im Jahr 2001 eskalierten die Spannungen in North Macedonia zu einem bewaffneten Konflikt, der in der Nähe von Tetovo begann und sich später in Richtung Skopje und Kumanovo ausweitete. Dabei kamen über 200 Menschen ums Leben, zahlreiche weitere wurden vertrieben. Die Erklärungen hierfür unterscheiden sich: Einige betonen regionale Spillover-Effekte und Grenzdynamiken nach dem Kosovo-Krieg von 1999, andere heben die innenpolitische Ausgrenzung der albanischen Bevölkerung in den Bereichen Sprache, Bildung, Polizei, Beschäftigung und politische Teilhabe hervor.

Das Rahmenabkommen von Ohrid (OFA) führte Prinzipien wie Nichtdiskriminierung, proportionale Repräsentation, Sprachrechte, Dezentralisierung und doppelte Mehrheitsentscheidungen ein. Die Umsetzung blieb jedoch uneinheitlich, während sich die Übergangsjustiz weitgehend auf das Amnestiegesetz von 2002 beschränkte, wodurch Fragen der Verantwortlichkeit umstritten blieben. Im Laufe der Zeit normalisierte das Konzept der „Ethnizenship“ eine ethnisierte Politik und polarisierte die Wahrnehmung des OFA. Anlässlich des 25. Jahrestages des OFA wird die Veranstaltung Errungenschaften und Defizite bewerten, untersuchen, wie Erinnerungskultur und Institutionen gesellschaftliche Spaltungen reproduzieren, und Empfehlungen entwickeln, um Glaubwürdigkeit zu stärken, bestehende Beschwerden anzugehen und Vertrauen wieder aufzubauen.

Ziel des Austauschs ist es, ein deutsches Publikum, die Diaspora sowie interessierte Expertinnen und Experten für den Westbalkan über die Lage in North Macedonia 25 Jahre nach dem gewaltsamen Konflikt von 2001 zu informieren und auf den neuesten Stand zu bringen, mit besonderem Fokus auf den Umgang mit der Vergangenheit und Fragen der Übergangsjustiz.

Begründet wird der Austausch durch die strategische Partnerschaft zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen (NRW) und der Republik North Macedonia, die in ihr fünftes Jahr tritt. Dies wird durch eine Reihe von Veranstaltungen in ganz NRW mit Schwerpunkt auf dem Westbalkan begleitet.

Grundlage des Austauschs ist ein Positionspapier, das von einem von Pro Peace beauftragten Autor*innenteam erarbeitet wurde. Das Papier analysiert den Status quo und formuliert Empfehlungen für verschiedene Akteure in Nordmazedonien und Deutschland.

Erwartete Ergebnisse des Austauschs sind:

  • Besser informierte und aktualisierte allgemeine sowie fachliche Zielgruppen sowie ein besseres Verständnis deutscher Positionen bei lokalen Partnern und Pro Peace;
  • Ein gesteigertes Problembewusstsein bei regionalen Entscheidungsträgern aus NRW hinsichtlich der von Pro Peace und seinen Partnern angesprochenen Themen, sodass diese Fragen gegenüber ihren mazedonischen Partnern stärker eingebracht werden.

Ablauf der Veranstaltung:

12:00–12:10 Uhr
Eröffnung der Veranstaltung durch Harald Schenker (Pro Peace) und Dr. Oliver Schwarz (SOG / UDE)

12:10–13:20 Uhr
Podiumsdiskussion mit zwei Autor*innen des Positionspapiers, Dr. Albulena Halili und Dr. Veli Kreci (South East European University, Tetovo), sowie Boris Georgievski (Redakteur für Nordmazedonien bei Deutsche Welle, Köln) und Harald Schenker (Landesdirektor für Nordmazedonien, Pro Peace). Moderation: Dr. Oliver Schwarz (SOG / UDE)

13:20–13:50 Uhr
Fragen und Antworten mit dem Publikum

14:00 Uhr
Abschluss der Veranstaltung

The event will take place in a hybrid format.

Limited space is available for in-person participation. If you would like to attend on site, please register in advance by contacting Carla Cingil (University of Duisburg-Essen) via email at carla.cingil[at]stud.uni-due.de (carla[dot]cingil[at]stud[dot]uni-due[dot]de).

Participants who wish to join online are kindly asked to register using the following link: https://uni-due.zoom-x.de/meeting/register/jSExXZtWTGuzVieWObFdZQ.

 

Diese Veranstaltung findet im Rahmen der WestbalkanTage NRW 2026

 

North Macedonia, 25 Years after

An exchange organised by Pro Peace, the Südosteuropa-Gesellschaft and the University of Duisburg-Essen

When: Monday, 23 February 2026, 12:00–14:00 (CET)

Where: University of Duisburg-Essen, Institute of Political Science, Room LF 156, Lotharstraße 65, 47057 Duisburg

Notice: The event will be streamed online. Further details are provided below.

 

Background

In 2001 tensions escalated in North Macedonia into an armed conflict, beginning near Tetovo and later spreading toward Skopje and Kumanovo, causing over 200 deaths and mass displacement. Explanations differ: some stress regional spillover and border dynamics after the 1999 Kosovo war, while others emphasise domestic exclusion of Albanians in language, education, policing, employment, and political participation.

The Ohrid Framework Agreement (OFA) introduced non-discrimination, proportional representation, language rights, decentralization, and double-majority decision-making. Implementation, however, remained uneven, while transitional justice largely narrowed to the 2002 Amnesty Law, leaving accountability contested. Over time, “ethnizenship” normalized ethicized politics and polarized OFA perceptions. Using the 25th OFA anniversary, this event will assess achievements and gaps, examine how memory and institutions reproduce division, and develop recommendations to strengthen credibility, address grievances, and rebuild trust.

Objective of the exchange is to update a German audience, the diaspora community, and interested Western Balkans experts on the situation in North Macedonia 25 years after the violent conflict in 2001, with a focus on themes of dealing with the past and transitional justice.

Rationale for the exchange is the strategic partnership between North Rhine-Westphalia (NRW) and the Republic of North Macedonia, which is entering its fifth year. This is marked with a series of events across the region of NRW with an emphasis on the entire Western Balkans region.

Basis for the exchange will be a Position Paper produced by a team of authors commissioned by Pro Peace. The paper contains an analysis of the status quo as well as several recommendations for various actors in North Macedonia and Germany.

Outcomes of the exchange will be:

  • Better informed and updated general and expert audiences, and a better understanding of German positions by local partners and Pro Peace;
  • A heightened sense by regional decision makers from the NRW region about the issues raised by Pro Peace and its partners, leading to them raising these issues with their Macedonian counterparts.

The exchange will take the following form:

12:00–12:10            Opening of the event by Harald Schenker (Pro Peace) and Dr Oliver Schwarz (SOG / UDE)

12:10–13:20            Panel discussion with two of the authors of the position paper, Dr Albulena Halili and Dr Veli Kreci (South East European University, Tetovo), as well as Boris Georgievski (editor for North Macedonia at Deutsche Welle, Cologne) and Harald Schenker (country director for North Macedonia, Pro Peace). Moderation: Dr Oliver Schwarz (SOG / UDE).

13:20–13:50            Audience Q&A

14:00                      Close of the event

This event take place a spart of the WestbalkanTage NRW 2026