Musikalischer Abend: Amanet – Klangliches Erbe in neuen Formen
Westbalkantage 2026
Amanet lädt das Publikum ein, zuzuhören, mitzuschwingen und sich auf eine Reise einzulassen – durch Erinnerungen, Landschaften und Klangwelten, in denen Musik zum Träger von Geschichte, Identität und Begegnung wird.
Altes Pfandhaus
Kartäuserwall 20, 50678 Köln
20 Uhr, Eintritt freiMusikalischer Abend: Amanet – Klangliches Erbe in neuen Formen
Zwischen Improvisation und Tradition
Amanet ist mehr als ein Konzerttitel – es ist ein musikalisches Versprechen, ein Weitergeben von Erinnerungen, Klängen und Geschichten über Generationen hinweg. In diesem besonderen musikalischen Abend begegnen sich Vergangenheit und Gegenwart, Tradition und Freiheit, Schriftlichkeit und mündliche Überlieferung.
Zu Gast sind die albanische Pianistin und Sängerin Dorina Porodini, die Geigerin Migen Begolli sowie Epaminondas Ladas, griechischstämmiger Jazzgitarrist und Oud-Spieler und langjähriger musikalischer Weggefährte von Gert Kapo. Gemeinsam schaffen sie einen offenen Klangraum, in dem sich unterschiedliche musikalische Biografien zu einem lebendigen Dialog verweben.
Im Zentrum steht die albanische Musik – ihre Melodien, ihre emotionalen Tiefen, ihre erzählerische Kraft. Gleichzeitig öffnen sich die Klänge in Richtung benachbarter Kulturen: Die Oud, die arabische Laute, und die Jazzgitarre lassen Einflüsse des Mittelmeerraums und des Orients hörbar werden und erweitern das musikalische Spektrum um improvisatorische und zeitgenössische Ausdrucksformen.
Improvisation und Tradition stehen dabei nicht im Widerspruch, sondern bedingen einander: Improvisation lässt Tradition neu entstehen, während überlieferte Formen den Raum für spontane musikalische Erfindungen öffnen. So entstehen neue Kompositionen, die tief im kulturellen Erbe verwurzelt sind und zugleich den Mut haben, sich im Moment zu entfalten.
Amanet lädt das Publikum ein, zuzuhören, mitzuschwingen und sich auf eine Reise einzulassen – durch Erinnerungen, Landschaften und Klangwelten, in denen Musik zum Träger von Geschichte, Identität und Begegnung wird.
AusfĂĽhrende:
Gert Kapo – Klavier
Dorina Porodini – Gesang
Migen Begolli – Geige
Epaminondas Ladas – Gitarre, Oud
Veranstalter: UraCult e.V. Köln
Direkt zuvor:
Altes Pfandhaus
Kartäuserwall 20, 50678 Köln
18 Uhr, Eintritt freiKulturelle Brücken zwischen Deutschland und Südosteuropa: URACult e. V. eröffnet das Veranstaltungsjahr 2026
Seit inzwischen zwölf Jahren engagiert sich der Kölner Kulturverein URACult e. V. als kulturelle Brücke zwischen Deutschland und Südosteuropa. Mit mehreren Veranstaltungen pro Jahr in verschiedenen Städten Nordrhein-Westfalens bietet der Verein Künstler*innen aus unterschiedlichen Ländern eine Bühne, um ihre Talente und Werke zu präsentieren.
Das Programm reicht von Theatervorstellungen und Konzerten verschiedenster Genres über Ausstellungen, Filmabende und Lesungen – wie bei der ersten Veranstaltung des Jahres 2026.
Den Auftakt bildet eine Lesung der mehrfach ausgezeichneten und für den Deutschen Buchpreis nominierten Autorin Jehona Kicaj, die aus ihrem Debütroman „ë“ liest. In diesem Roman findet die Autorin eine ganz eigene Sprache. Der ungewöhnliche Titel „ë“ verweist auf einen Buchstaben der albanischen Sprache, der eine zentrale Funktion erfüllt, obwohl er meist nicht ausgesprochen wird.
Als Kind von Geflüchteten aus dem Kosovo ist die Erzählerin auf der Suche nach Sprache und Stimme. Sie wächst in Deutschland auf, besucht Kindergarten, Schule und Universität und sucht nach Verständnis – stößt jedoch immer wieder auf Zuschreibungen, Ahnungslosigkeit und Ignoranz. Den Kosovokrieg der späten 1990er-Jahre erlebt sie aus sicherer Entfernung, doch auch in der Diaspora sind Krieg und Tod präsent – nur auf andere Weise als vor Ort.
Der Roman „ë“ erzählt vom in Deutschland wenig bekannten Kosovokrieg und erinnert an das Leid jener Familien, die ihre Heimat verloren haben, deren Angehörige ermordet, anonym verscharrt und bis heute verschollen oder nicht identifiziert sind. Es ist eine Vergangenheit, die nicht vergehen kann, weil sie buchstäblich in jeder Faser des Körpers weiterlebt – und die Jehona Kicaj im wahrsten Sinne des Wortes zur Sprache bringt.
Die Lesung ist ein Beitrag zu den „NRW-Westbalkantagen 2026“ und wird vom Generalkonsulat der Republik Kosovo in Düsseldorf unterstützt.
Veranstalter: UraCult e.V. Köln