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Diskussionsveranstaltung zu „Urban Diplomacy in der Praxis“

Diskussionsveranstaltung zu „Urban Diplomacy in der Praxis“

Kulturprojekt C-City mit der Stadt Gütersloh wird vorgestellt

Am 26.02.2026 fand in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalens bei der Europäischen Union die Veranstaltung „Europa liegt nebenan - Urban Diplomacy in der Praxis“ statt. Organisiert wurde diese von der Landesvertretung NRW, dem Kulturprojekt C-City, dem Freundeskreis Enniskillen Bielefeld-Brackwede und der Bertelsmann Stiftung. Die Veranstaltung wurde durch Jeannie Barton, Mitglied des Projekts C-City aus der englischen Partnerstadt Broxtowe, musikalisch auf dem E-Piano mit selbstgeschriebenen Liedern begleitet. Das C-City Netzwerk ist ein europäisches Kulturprojekt, das fünf Partnerstädte (Gütersloh (Deutschland), Châteauroux (Frankreich), Broxtowe (Großbritannien), Falun (Schweden) und Grudziądz (Polen)) verbindet, um den kulturellen Austausch und den europäischen Zusammenhalt zu stärken. Ziel der Veranstaltung war die Schaffung eines Bewusstseins für die Bedeutung von kommunalen und ehrenamtlichen Initiativen zur europäischen Völker- und Kulturverständigung.

Städte als Gestalter europäischer Beziehungen

Die Aktualität der Veranstaltung hob der Leiter der Landesvertretung, Rainer Steffens, schon in seiner Begrüßung hervor und bezog sich auf den Rat der Europäischen Union, der am selben Tag die Wichtigkeit von Urban Diplomacy in Ratsschlussfolgerungen betonte. In seinem Videogrußwort stellte auch der Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen und Chef der Staatskanzlei, Nathanael Liminski, klar, dass man durch das gemeinsame Erleben von Sport und Kultur langfristiges Vertrauen zwischen Städten und Menschen schaffen könne. Städtepartnerschaften wie C-City zeigten, dass Europa sich eben nicht nur in Brüssel oder Straßburg abspiele, sondern eben auch in der eigenen Kommune. Zuletzt betonte er die Förder-initiative Nordrhein-Westfalens, die durch die Vergabe von Europa-Schecks Projekte wie C-City mit bis zu 25.000 Euro fördere.

Andreas Kimpel, Kulturdezernent der Stadt Gütersloh, beschrieb Städte nicht nur als Verwaltungseinheiten, sondern als Gestalter europäischer Beziehungen. Dabei seien nicht nur die Metropolen, vielmehr die kleineren und mittelgroßen Städte wichtig, da 75% der Europäerinnen und Europäer in solchen leben würden. Nach einem Einblick in die verschiedenen Projekte von C-City resümierte er, dass Europa eben immer da liege, wo Menschen sich begegnen.

Urban Diplomacy: Europa konkret erleben

Das anschließende Panelgespräch mit MdEP Sabine Verheyen, Erste Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Jessica Gerke, Projektmanagerin Bildung und Next Generation bei der Bertelsmann Stiftung und Mariia Romanii, Teil des C-City Projekts aus der französischen Partnerstadt Châteauroux, wurde von Monika Olszewski, Leiterin der Zentralen Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Gütersloh, moderiert. In diesem betonte Gerke, dass die Stärke solcher Projekte darin liege, Europa durch Kultur und Sport, sowie einer daraus resultierenden direkten Verbundenheit, konkret erfahrbar zu machen, wohingegen die Idee einer europäischen Nation auf politischer Ebene häufig abstrakt bleibe. Die gebürtige Ukrainerin Romanii konnte ganz persönlich berichten, was passiere, wenn man aufgrund äußerer Umstände den Kontakt zu anderen europäischen Städten verliert. Auch die C-City Partnerstadt Broxtowe habe durch das Projekt den Kontakt zur Europäischen Union trotz Brexits aufrechterhalten können, auch wenn dies natürlich besonders herausfordernd gewesen sei. 

Bürokratie abbauen und Zugang zu Förderung erleichtern

Als ehemalige Bürgermeisterin der Stadt Aachen sei für Verheyen Arbeit über Grenzen hinweg mehr als natürlich. Doch sie betonte auch, dass je grenzferner eine Stadt liege, desto schwieriger sei es über nationalstaatliche Grenzen hinaus aktiv zu werden und Kontakte zu knüpfen. Dafür brauche es Zugang zur Förderung und vor allem Bewusstsein dafür, dass eine solche möglich sei. Außerdem plädierte sie für eine Vereinfachung der Antragstellung bei EU-Fördertöpfen, sodass auch kleine Gemeinden Anteil haben können. Auch Gerke forderte weitgehendere Informationsmöglichkeiten für Kommunen in Bezug auf Fördermöglichkeiten für kulturelle Austauschprojekte. Beide formulierten die Forderung nach einem Katalog oder Handreichung, um Kommunen bei der Antragstellung zu unterstützen.

Weiterführende Informationen

Über das Städtenetzwerk C-City:

https://www.c-city.eu/