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Neues Videospiel „Wer ist Bilal?“: Nächster Schritt gegen Desinformation und Radikalisierung im Netz

Neues Videospiel „Wer ist Bilal?“: Nächster Schritt gegen Desinformation und Radikalisierung im Netz

Landesregierung stärkt Medienkompetenz junger Menschen mit interaktivem Bildungsangebot

27.02.2026

Mit dem interaktiven Mobile Game „Wer ist Bilal?“ startet die Landesregierung ein neues digitales Bildungsangebot zur Prävention von islamistischer Radikalisierung und Desinformation sowie zur Stärkung von Medienkompetenz insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Im Spiel begleitet man einen jungen Protagonisten, der zunehmend mit Manipulation, Gruppendruck und extremistischen Ansichten konfrontiert wird. Durch eigene Entscheidungen wird erlebbar, wie Radikalisierungsprozesse entstehen können und welche Rolle soziale Medien dabei spielen.

Medienminister und Chef der Staatskanzlei Nathanael Liminski: „Junge Menschen sind täglich einer Flut von digitalen Inhalten ausgesetzt, die unter Umständen zur Gefahr werden können. Desinformation hat insbesondere da leichtes Spiel, wo Emotionen über Fakten gestellt werden. Deshalb gilt: Wer Jugendliche ernst nehmen und für diese Themen sensibilisieren will, muss sie dort abholen, wo sie sich informieren und orientieren. Deshalb setzen wir als Land bewusst auf innovative Formate wie interaktive Games. Mit dem Videospiel ‚Wer ist Bilal?‘ informieren wir Jugendliche ohne moralischen Zeigefinger und fördern so zentrale Kompetenzen wie kritisches Denken, Empathie und verantwortungsvolle Mediennutzung. ‚Wer ist Bilal’ ermöglicht dabei eine differenzierte Auseinandersetzung mit individuellen Radikalisierungsprozessen, den Ursachen und Dynamiken, ohne diese zu vereinfachen oder zu verharmlosen.”

Innenminister Herbert Reul: „Radikalisierung passiert nicht plötzlich, sondern Schritt für Schritt. Sie beginnt häufig im Netz über Chats, Videos und Games, oft unbemerkt. Genau da müssen wir dagegenhalten. Mit dem neuen Spiel heben wir unsere Präventionsarbeit auf das nächste Level. Junge Leute erleben, wie Extremisten online vorgehen und sehen, wie deren Narrative funktionieren. Sie lernen, Manipulation früh zu erkennen und Stopp zu sagen. Wenn wir Jugendliche stark machen mit Selbstbewusstsein, Medienkompetenz und einem klaren Wertefundament, dann ist das der beste Schutz für unsere Demokratie.“

Zum Start von „Wer ist Bilal?“ hat das Mataré-Gymnasium in Meerbusch im Beisein von Medienminister Nathanael Liminski und Innenminister Herbert Reul einen schulischen Projekttag durchgeführt. Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 setzten sich im Unterricht mit dem Spiel auseinander und diskutierten über Desinformation, Radikalisierung im Netz und digitale Verantwortung.

Die Spielinhalte basieren auf Erkenntnissen aus der Präventionsarbeit und wurden gemeinsam mit Fachleuten aus Bildung, Verfassungsschutz und Game Design entwickelt. Begleitend zum Spiel stehen pädagogische Materialien für den Einsatz im Schulunterricht zur Verfügung. Ziel ist es, „Wer ist Bilal?“ langfristig in schulische und außerschulische Bildungsarbeit zu integrieren und Lehrkräfte bei der Vermittlung von Medienkompetenz zu unterstützen. Das Spiel kann ab sofort kostenlos in den App Stores für iOS und Android heruntergeladen werden. Weitere Informationen sowie Download-Links finden sich unter www.weristbilal.nrw.

Hintergrund

„Wer ist Bilal?“ ist ein Projekt der Landesregierung Nordrhein-Westfalen. Nach dem erfolgreichen Vorgängerspiel „Leons Identität“ zur Prävention gegen rechtsextremistische Radikalisierung erweitert es den thematischen Fokus im Bereich islamistischer Extremismus-Prävention und stellt zudem den Umgang mit Desinformation sowie die dafür erforderliche Förderung von Medienkompetenz in den Mittelpunkt. Als unmittelbare Reaktion auf den Terroranschlag in Solingen vom 23. August 2024 hatte die Landesregierung das umfassendste Maßnahmenpaket der Landesgeschichte in den Bereichen Sicherheit, Migration und Prävention beschlossen. Das aus diesem Maßnahmenpaket entstandene Projekt wird federführend von der Staatskanzlei umgesetzt und vom Ministerium des Innern fachlich begleitet sowie vom Ministerium für Schule und Bildung bei der Entwicklung von Unterrichtsmaterial unterstützt.