„Stabil im Netz“: Landesregierung stärkt kleine und mittlere Unternehmen im Umgang mit Desinformation
Mit dem digitalen Bildungsangebot „Stabil im Netz – Der SicherheitsCheckNRW zu Desinformation, KI und Cybersicherheit“ stellt die Landesregierung ein neues niedrigschwelligesAngebot zur Verfügung, das die Resilienz gegenüber Desinformation und Cyberangriffen fördert. Gerade kleine und mittlere Unternehmen verfügen oft über begrenzte zeitliche und personelle Ressourcen für betriebliche Weiterbildung. Das Format richtet sich an ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In interaktiven Simulationen können sie mit wenig Aufwand und in kurzer Zeit ihre Kompetenzen testen, die Taktiken und Gefahren auch von KI-basierter Desinformation und Cyberangriffen verstehen und den souveränen Umgang damit erlernen.
Medienminister und Chef der Staatskanzlei Nathanael Liminski: „Desinformation geschieht nicht nur wahllos, sondern ist immer häufiger Taktik hybrider Angriffe. Auch Unternehmen werden verstärkt zum Angriffsziel, wodurch nicht nur ihre eigene Existenz, sondern mitunter auch unser aller Sicherheit bedroht ist. Indem wir kleine und mittlere Unternehmen dabei unterstützen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter resilient gegen Desinformation und gleichzeitig gegen Cyberangriffe zu machen, stärken wir den Wirtschaftsstandort, schützen Unternehmen und nicht zuletzt unsere Demokratie.“
Stellvertretende Ministerpräsidentin und Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie Mona Neubaur: „Desinformation, KI-basierte Täuschung und Cyberangriffe sind längst zu einer Herausforderung für Unternehmen jeder Größe geworden. Wer unseren Wirtschaftsstandort stark halten will, muss deshalb auch seine digitale Widerstandskraft ausbauen. Resilienz entsteht nicht allein durch moderne Technik, sondern vor allem durch informierte und wachsame Beschäftigte. Mit ‚Stabil im Netz‘ unterstützen wir Unternehmen dabei, ihre Sicherheitskultur zu stärken – praxisnah, niedrigschwellig und kostenlos. So schützen wir Betriebe und Beschäftigte machen Nordrhein-Westfalen insgesamt widerstandsfähiger gegenüber den Herausforderungen einer digitalen Welt.“
Das Bildungsangebot wird durch die polisphere GmbH entwickelt und durch umfangreiche Tests gezielt auf die Bedürfnisse der Zielgruppe abgestimmt. Der Abschlusstest fand am Donnerstag, 25. Juni 2026, bei der MKW GmbH Digital Automation statt, einem mittelständischen Maschinenbau-Dienstleister mit Sitz in Wuppertal.
Marco Horn, Geschäftsführer der MKW GmbH Digital Automation: „In unserer nahen Zukunft werden nur die Unternehmen erfolgreich sein, die sich auf die Gefahren unserer Zeit einstellen. Wir arbeiten hart daran unser betriebliches System dementsprechend widerstandsfähig zu machen. Eine Initiative wie die unserer Landesregierung sollte bei allen Unternehmen offene Türen einrennen. Wir sind als Region hier durchaus in einer privilegierten Position.“
Thomas Lämmer-Gamp, Leiter der NRW-Modellregion Cybersicherheit Bergisches Städtedreieck, die von der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie umgesetzt wird: „Wir erleben in der NRW-Modellregion Cybersicherheit Bergisches Städtedreieck immer wieder, wie eng technische und menschliche Angriffsflächen zusammenhängen: Die beste Firewall hilft wenig, wenn Mitarbeitende durch geschickt platzierte Falschinformationen verunsichert oder manipuliert werden. Das neue Bildungsformat der Landesregierung schließt genau diese Lücke und ergänzt unsere Arbeit um einen wichtigen Baustein.“
Philipp Sälhoff, Geschäftsführer polisphere: „Kleine und mittlere Unternehmen sind nicht nur vermehrt Zielscheibe von digitalen Angriffen unterschiedlichster Art, sondern auch ein besonders wichtiger Ort gesellschaftlicher Meinungsbildung und politischer Diskussionen. Unser Tool soll einen Beitrag zu einer stärkeren Resilienz nach außen sowie einem offenen und sachlichen Austauschraum nach innen darstellen."
Stephan A. Vogelskamp, Geschäftsführer der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH: „Hybride Angriffe nutzen gezielt Desinformation, um Vertrauen zu zersetzen und wirtschaftlichen Schaden anzurichten – das betrifft längst nicht mehr nur kritische Infrastrukturen, sondern auch den Mittelstand. Genau deshalb ist es wichtig, dass sich auch Unternehmen dieser Herausforderung stellen. Die Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen dafür begrüßen wir ausdrücklich.“
Der Prototyp wird nun finalisiert und steht auf www.stabil-im-netz.nrw kostenlos zur Verfügung.
Hintergrund
2025 hat die Landesregierung einen ressortübergreifenden „Aktionsplan gegen Desinformation“ verabschiedet. Ein Kernelement sind neue Ansätze für die Förderung von Medienkompetenz auch für erwachsene Zielgruppen. Vorgesehen ist dabei auch der Schulterschluss mit der Wirtschaft, um durch dieFörderung eines kritischen Umgangs mit digitaler Information die Cybersicherheit zu erhöhen. „Stabil im Netz – Der SicherheitsCheckNRW zu Desinformation, KI und Cybersicherheit“ setzt damit einen wichtigen Teil des Aktionsplans um.Weitere Angebote in diesem Bereich sind etwa ein Spezial zu Desinformation im DigitalCheckNRWsowie der NewsCheckNRW und das Serious Game „Wer ist Bilal?“. Der Aktionsplan gegen Desinformation sowie weitere Information zu denAngeboten sind online aufwww.mbeim.nrw/desinformation.