Ministerpräsident Wüst und Litauens Staatspräsident Nausėda eröffnen NRW Resilience Summit in Düsseldorf

Ministerpräsident Wüst und Litauens Staatspräsident Nausėda eröffnen NRW Resilience Summit in Düsseldorf

Ministerpräsident Hendrik Wüst: Widerstandsfähigkeit hängt von der Bereitschaft aller ab, Verantwortung zu übernehmen. Wir müssen aus Krisenangst Krisenkönnen machen

04.11.2026

Ministerpräsident Hendrik Wüst hat am Mittwoch, 4. November 2026, gemeinsam mit dem Ehrengast und Präsidenten der Republik Litauen, Gitanas Nausėda, den NRW Resilience Summit im Düsseldorfer Ständehaus eröffnet. Unter dem Motto „Stronger Together: Resilience as a Whole-of-Society Imperative“ kommen rund 150 hochrangige Vertreterinnen und Vertreter von Regierungen und Unternehmen sowie aus Wissenschaft, Thinktanks und Zivilgesellschaft aus Deutschland und dem Ausland zusammen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie demokratische Gesellschaften und offene Volkswirtschaften ihre Widerstandsfähigkeit in einem zunehmend angespannten geopolitischen Umfeld stärken können. Im Vorfeld der Veranstaltung kam Ministerpräsident Wüst zu bilateralen Gesprächen mit Staatspräsident Nausėda, dem Premierminister Nordmazedoniens, Hristijan Mickoski, sowie dem Marschall der Woiwodschaft Schlesien, Wojciech Saługa, zusammen.

Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Wir leben in einer Welt, in der die Grundfesten unserer internationalen Ordnung erschüttert werden: Machtpolitik gewinnt an Bedeutung, Großraumdenken kehrt zurück. Unsere Freiheit und unsere Sicherheit in Deutschland und Europa hängen auch von unserer Widerstandsfähigkeit ab. Deshalb ist es richtig, dass wir unsere Verteidigungsfähigkeit stärken. Für wirkungsvolle und krisengerechte Resilienz brauchen wir aber mehr als militärische Verteidigungsfähigkeit, denn Krisen machen an Grenzen nicht halt. Beim NRW Resilience Summit wollen wir mit Partnern aus ganz Europa Erfahrungen teilen und voneinander lernen: von Litauen, wo Vorsorge kein abstraktes Thema, sondern Alltag ist, und von der Ukraine, die wie kaum ein anderes Land zeigt, wie man unter unvorstellbaren Bedingungen handlungsfähig bleibt. Für mich ist klar: Resilienz gehört ganz oben auf die politische Agenda. Dafür bauen wir unter anderem den Katastrophenschutz aus. Aber ein Land ist erst dann krisenfest, wenn auch die Menschen wissen, was zu tun ist. Wir müssen aus Krisenangst Krisenkönnen machen.“

Minister und Chef der Staatskanzlei Nathanael Liminski: Minister Liminski: „Resilienz ist längst nicht mehr allein eine Frage staatlicher Vorsorge, sondern eine gemeinsame Aufgabe von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Hybride Bedrohungen, Cyberangriffe und geopolitische Spannungen zeigen, wie eng unsere Sicherheit mit der Stabilität unserer Wirtschaft und dem Schutz kritischer Infrastrukturen verbunden ist. Deshalb müssen wir Sicherheits- und Wirtschaftspolitik konsequent zusammendenken. Der NRW Resilience Summit bietet dafür eine wichtige Plattform: Hier kommen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aus dem In- und Ausland zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsame Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln. Nordrhein-Westfalen bringt als starkes Industrieland im Herzen Europas mit vielfältigen internationalen Verbindungen beste Voraussetzungen mit. Entscheidend ist, dass wir unsere Stärken bündeln, internationale Partnerschaften im Interesse der Menschen und Unternehmen in Nordrhein-Westfalen nutzen und gemeinsam in die Widerstandsfähigkeit unseres Landes investieren.“

Resilienz ist im aktuellen geopolitischen Umfeld eine strategische Schlüsselressource. Zu ihrer Stärkung müssen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen beitragen. Der Summit soll deshalb den Austausch zu bewährten Ansätzen über nationale und sektorale Grenzen hinweg fördern und neue Kooperationen und Projekte anstoßen. Im Mittelpunkt steht der praktische Beitrag von Regionen, Kommunen und Unternehmen. Als bevölkerungsreichstes Land Deutschlands und eine der größten Industrieregionen Europas, mit zahlreichen kritischen Infrastrukturen und einer starken Technologiebranche, versteht sich Nordrhein-Westfalen dabei als Resilienz-Hub im Herzen Europas.

Die Gäste des NRW Resilience Summit kommen unter anderem aus den Niederlanden, Polen, Litauen, Lettland, Estland, der Ukraine, Nordmazedonien, Israel und Japan. Die Partnerschaften, die Nordrhein-Westfalen mit vielen dieser Länder und Regionen pflegt, sollen durch die konkrete Zusammenarbeit beim Thema Resilienz weiter vertieft werden.