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Irische EU-Ratspräsidentschaft steht unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stärker“

Irische EU-Ratspräsidentschaft steht unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stärker“

Diskussionsrunde in der Staatskanzlei mit Botschafterin Collins und Staatssekretär Wiermer

11.09.2026

Irland hat am 1. Juli 2026 zum achten Mal den turnusmäßig wechselnden Vorsitz im Rat der Europäischen Union übernommen. Aus diesem Anlass hat sich Christian Wiermer, Staatssekretär für Europaangelegenheiten und Internationales des Landes Nordrhein-Westfalen, am Donnerstag, 10. September 2026, mit Maeve Collins, der Botschafterin Irlands in Deutschland, zu den Prioritäten der Präsidentschaft ausgetauscht.

Nach dem bilateralen Gespräch kamen sie in der Staatskanzlei mit Gästen aus Zivilgesellschaft, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, um mit ihnen über die Schwerpunkte der EU-Ratspräsidentschaft unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stärker“ und aktuelle europapolitische Themen zu diskutieren.

Staatssekretär Wiermer: „Irland trifft mit der Auswahl des Mottos ‚Gemeinsam sind wir stärker‘ für seine EU-Ratspräsidentschaft den Kern dessen, was Europa jetzt braucht. Die Europäische Union steht vor großen Herausforderungen, die wir nur zusammen lösen können. Es kommt darauf an, unsere gemeinsamen Werte zu verteidigen, unsere Sicherheit zu stärken und zugleich unsere Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Dabei geht es um nicht weniger als die Frage, wie Europa seine Handlungsfähigkeit und seine Rolle in einer sich grundlegend verändernden Welt bewahren kann. In vielen Bereichen geht es darum, unsere Kräfte zu bündeln und strategischer zusammenzuarbeiten. Gerade in einer Zeit, in der die Weltordnung unter Druck gerät und der Wettbewerb mit den USA und China zunimmt, brauchen wir ein Europa, das zusammensteht, Verantwortung übernimmt und seine Zukunft selbstbewusst gestaltet. Irland setzt hier wichtige Impulse – und wir wollen diesen Weg gemeinsam weitergehen.“

Botschafterin Collins: „Ich freue mich sehr, in Nordrhein-Westfalen zu sein, um die Prioritäten der irischen EU-Ratspräsidentschaft vorzustellen. Irland und Nordrhein-Westfalen verbinden wichtige wirtschaftliche, wissenschaftliche und zwischenmenschliche Beziehungen.

Die Welt steht vor vielen geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, auf die Europa reagieren muss. In diesem Kontext konzentriert sich der irische Ratsvorsitz auf drei Prioritäten: Wettbewerbsfähigkeit, Werte und Sicherheit: Wir wollen die Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität der EU stärken, wir wollen wichtige Werte wie die Rechtsstaatlichkeit und demokratische Resilienz fördern und wir wollen die Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU vorantreiben.

Durch die Zusammenarbeit mit Deutschland, mit Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und mit Partnern in der gesamten Europäischen Union wissen wir, dass wir gemeinsam stärker sind. Wir freuen uns sehr über eine enge Zusammenarbeit mit Nordrhein-Westfalen während und über unsere EU-Ratspräsidentschaft hinaus.“

Hintergrund zur EU-Ratspräsidentschaft

Die irische EU-Ratspräsidentschaft dauert bis zum 31. Dezember 2026. Irland setzt unter anderem auf Maßnahmen zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität, die Verteidigung gemeinsamer europäischer Werte sowie den Ausbau der europäischen Sicherheits- und Verteidigungsfähigkeit. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Unterstützung der Ukraine.

Darüber hinaus will die irische EU-Ratspräsidentschaft die Beziehungen der EU zu ihren Nachbarn, darunter dem Vereinigten Königreich, und internationalen Partnern wie den USA stärken. Zu den zentralen Aufgaben zählt auch die Vorbereitung einer Einigung über den EU-Haushalt für die Jahre 2028 bis 2034. Ziel ist ein Finanzrahmen, der die EU bei der Bewältigung künftiger Herausforderungen unterstützt und zugleich zentrale Politikbereiche wie die Kohäsions- und Agrarpolitik absichert.

Der Vorsitz im Rat der Europäischen Union wird von den EU-Mitgliedstaaten im Turnus wahrgenommen und wechselt alle sechs Monate. Während dieser Zeit leitet das vorsitzführende Mitgliedsland die Sitzungen und Tagungen auf allen Ebenen des Rates und sorgt für die Kontinuität der Arbeit der EU im Rat. Die Mitgliedstaaten, die den Vorsitz innehaben, arbeiten als sogenannter Dreiervorsitz eng zusammen. Neben Irland besteht das aktuelle Trio aus Litauen und Griechenland. Zum 1. Januar 2027 wird Litauen die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen. Deutschland hatte zuletzt 2020 den Vorsitz inne.

Fotos von der Veranstaltung am 10. September 2026 können auf der Homepage www.mbeim.nrw heruntergeladen werden.