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Interkultureller Workshop-Austausch zwischen der Caritas-Jugendhilfe-Gesellschaft und Orr Shalom

Interkultureller Workshop-Austausch zwischen der Caritas-Jugendhilfe-Gesellschaft und Orr Shalom

Im Rahmen der Hilfsinitiative „Shalom Chaveruth“ förderte das Landesbüro Israel im Februar 2026 einen Fachkräfteaustausch in Israel, der über gegenseitigen Wissenstransfer zu Methoden der Jugendhilfe zur Entwicklung gemeinsamer Handlungsempfehlungen für die Arbeit mit jungen Menschen in schwierigen Lebenslagen führen sollte. 

Die Jugend ist unsere Zukunft – nicht nur unserer Gesellschaft, sondern auch für die Beziehungen zwischen Nordrhein-Westfalen und Israel. Doch besonders in diesen Zeiten sehen sich junge Menschen besonders großen Herausforderungen gegenüber. So löste die Corona-Pandemie eine Krise aus, deren Folgen Jugendliche bis heute beeinflussen. In Israel müssen Minderjährige zudem seit Jahren mit Kriegswirren und tiefen sozialen Spannungen in ihrem unmittelbaren Umfeld umgehen. Wie man diesen jungen Menschen am besten helfen kann, dazu tauschten sich Experten aus Nordrhein-Westfalen und Israel in diesem „Shalom Chaveruth“-Projekt aus.

Fünf Fachkräfte der Caritas-Jugendhilfe-Gesellschaft mbH in Köln besuchten von 15. bis 20. Februar 2026 Einrichtungen von Orr Shalom, eine der führenden gemeinnützigen Organisationen Israels, die sich um gefährdete Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene kümmert. 

In strukturierten Präsentationen, Hospitationen und moderierten Diskussionsrunden entstand in Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen auf beiden Seiten ein vertieftes Verständnis der unterschiedlichen Strukturen der Jugendhilfesysteme in Israel und Deutschland. Das Team aus Nordrhein-Westfalen erhielt so wertvolle neue Einblicke in Ansätze zu Trauma-sensibler Arbeit, familienbasierten Betreuungsformen und kultursensibler Pflegekinderhilfe. Das NRW-Team lernte über die Herausforderungen israelischer Fachkräfte beim Übergang junger Menschen in den Militärdienst mit 18 Jahren, zwischen Fachkräften und Pflegefamilien aus dem arabischen Sektor und erlangte somit ein stärkeres Bewusstsein für kulturelle Einflüsse auf die pädagogische Praxis, für krisenangepasste Betreuungsstrukturen und die Integration von Resilienzförderung in den Arbeitsalltag. 

In Hospitationen und anschließenden fachlichen Diskussionen wurden gemeinsame Herausforderungen in Deutschland und Israel identifiziert, u.a. personelle Engpässe in der Jugendhilfe. Die Teilnehmenden stellten fest, dass es nicht nur bei den Herausforderungen, sondern auch bei zentralen Handlungsfeldern größere Übereinstimmungen und besonders in der Arbeit mit vulnerablen Gruppen gute Praxisansätze gibt. Über die gemeinsame Reflexion von Praxisansätzen und fachlichen Perspektiven wurde die Basis für zukünftige gemeinsame Handlungsempfehlungen geschaffen.

So legte der Fachaustausch die Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit: Beide Seiten streben nun die Fortführung des fachlichen Austausches zunächst in digitalen Formaten und dann mit gegenseitigen Besuchen und thematischen Workshops an, in denen dann auch konkrete Ergebnisse wie Leitlinien oder Bildung von Arbeitsgruppen erfolgen können. So kann der Austausch langfristig auch dabei helfen, die Betreuung junger Menschen in Nordrhein-Westfalen zu verbessern.

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